Herzlichen Gl√ľckwunsch zu Ihrem neuen Messer!

Hochwertige Messer erfordern ein Maß an Pflege und Sorgfalt, damit Sie lange Freude an ihnen haben.
Nat√ľrlich sind Kochmesser keine Multitools und nicht f√ľr Hack-, Dreh- oder Hebelbewegungen einzusetzen.

1. Schneidunterlagen

Die Auswahl der richtigen Schneidunterlage ist wichtig f√ľr die Langlebigkeit der Klingensch√§rfe,
vor allem f√ľr die empfindlichen japanischen handgeschmiedeten Wabocho (nicht rostfreie Carbonstahlmesser) mit ihren d√ľnnen ausgeschliffenen Schneiden.
W√ľrde man in der Luft schneiden, w√ľrde die Sch√§rfe eines Nakiri f√ľr 10000 Schnitte halten. Durch die zwingend notwendige Benutzung eines Schneidebrettes reduziert sich diese Zahl auf 400.
Dieses sollte m√∂glichst aus weichem Holz (vor allem bei d√ľnn ausgeschliffenen Kohlenstoffstahlklingen) wie beispielesweise japanischem Glockenbaum, Kirschholz oder aus weichen Kunststoffbrettern oder -matten bestehen.
Harte H√∂lzer wie Bambus oder Stirnkopfholzbretter sind f√ľr sehr hochgeh√§rtete handgeschmiedete nicht rostfreie Messer nicht geeignet, da die Messer zu schnell stumpf werden .
Auf gar keinen Fall sollte auf Glas, Keramik oder Porzellan, Marmor, Granit oder ähnlichem geschnitten werden.
Ebenso ist das Schneiden von gefrorenen Lebensmitteln nicht f√ľr empfindliche Carbonstahlklingen geeignet.
Beim Schneiden von Nahrungsmitteln ist darauf zu achten, da√ü das Schneidgut nicht mit der Schneide, sondern mit dem Klingenr√ľcken vom Brett geschoben werden sollte.
Die Klingen sind beim Ablegen der Messer nach außen aufzulegen, um Verletzungen zu vermeiden.

2. Aufbewahrung

Zur Aufbewahrung sollten die Klingen kontaktfrei zu anderen Klingen (nicht wild durcheinander in der Schublade) gelagert werden.
Messerbl√∂cke empfehlen sich ebenso wie Messerscheiden oder Filzh√ľllen zur Klingenschonung.

3. Reinigung und Pflege

Es versteht sich von selbst, da√ü Messer aus unserem Angebot nicht in der Sp√ľlmaschine ges√§ubert werden sollten. Zur Reinigung reicht flie√üend kaltes Wasser, die Klingen k√∂nnen bei starker Verschmutzung auch einen Tropfen Sp√ľlmittel vertragen. Kohlenstoffstahlklingen sollten sofort nach Kontakt mit s√§ure- und schwefelhaltigen Nahrungsmitteln mit Wasser abgesp√ľlt werden, um unsch√∂ne Verf√§rbungen zu vermeiden. Man kann dazu auch neben das Schneidbrett ein feuchtes Tuch legen und die Klinge durch ziehen.
Wichtig ist das sofortige Abtrocknen der Messer. Besitzen die Messer Holzgriffe, sollten diese besonders sorgfältig abgetrocknet werden.
Auf die Pflege der Holzgriffe sollte man sein besonderes Augenmerk richten. Holz wird spr√∂de und kann austrocknen, ebenso wie es bei Feuchtigkeit aufquellen kann. Deshalb ist es wichtig, die Holzgriffe immer mal wieder mit einem Holzpflege√∂l wie z.B. Macadamianuss√∂l einzureiben, damit das Holz sch√∂n bleibt und gesch√ľtzt ist. Wir haben auch mit Raps√∂l gute Erfahrungen gemacht.

Ganz hilfreich zum Erhalt der Langlebigkeit ist eine Behandlung mit “Spoon Butter” .¬† Wie man diese herstellt und anwendet habe ich hier zusammengestellt:

Herstellung und Anwendung von Spoon Butter

Rostfreie Klingen benötigen keine besondere Pflege.

Carbonstahlklingen sollten nach sorgfältigem Abtrocknen möglichst trocken aufbewahrt werden. Wenn das Messer in ein Tuch eingeschlagen wird, ist darauf zu achten, daß Luft zirkulieren kann und das Tuch sehr trocken ist. Ein Einschlagen der Klinge in Zeitungspapier ist sinnvoller. Auch Anti-Rostpapiere werden häufig verwendet.
Bei h√§ufiger Benutzung ist kein Ein√∂len der Klingen erforderlich. Sollten Sie verreisen, k√∂nnen Sie die Klinge mit einem s√§urefreien √Ėl (Ballistol o.√§.) einreiben. Wir haben gute Erfahrungen mit Tsubaki Abura, einem Kameliensamen√∂l gemacht. Auf jeden Fall kein s√§urehaltigen Oliven- oder andere Speise√∂le verwenden, da hier eine Verharzungsgefahr der Klinge besteht.
Sollten Ihre Messer trotz aller Pflegemaßnahmen Rost angesetzt haben, können Sie diesen mit einem Korken, einem Rostradierer, einem Rettichstrunk oder einer kleinen Menge Scheuermilch entfernen.

4. Schärfen

Das Schärfen sollte mit Wassersteinen oder keramischen Schärfartikeln regelmäßig erfolgen. Bitte trauen Sie sich mit Wassersteinen zu schärfen. Es ist Übungssache, aber macht Spaß und sie haben immer scharfe Messer!
Übrigens: die Japaner schärfen ihre Hocho nach Benutzung und lassen das Messer ruhen!

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Text:  Claudia Rudi